Ordnung

Raum-Design: Innere Ordnung durch äußere Ordnung.

“Umgib Dich nur mit Dingen, die Du wirklich magst und brauchst.” Das ist eines meiner Leitmotive, die ich auch oft im Rahmen meiner Raum-Design Tätigkeit zu meinen Kunden sage.

Der Mitteleuropäer besitzt im Durchschnitt 10.000 Dinge. Vor 100 Jahren waren es noch 300! Und diese “Dinge” brauchen Platz. Da der jedoch begrenzt ist, fangen wir an, die Dinge zu stapeln, zu verräumen – und wissen oft nicht mehr, was wir alles besitzen. Viele Dinge heben wir auf für “den Fall der Fälle”. Dieser Fall tritt meist nicht ein! Schafft man hingegen Ordnung, gibt uns das ein gutes Gefühl. Innere Ordnung durch äußere Ordnung. Und wie schon Konrad Adenauer sagte “Nur wer innere Ordnung hat, hat innere Kraft”.

Eine Studie des Fraunhofer Instituts hat festgestellt, dass wir 32% der Zeit im Büro verschwenden (im Sinn von nicht produktiven Tätigkeiten). Und davon wiederum gehen 31% mit Suchen nach fehlenden Materialien oder ähnlichem drauf (Studie Lean Office 2006). Abhilfe schafft u.a. die sog. “5S Methode“, die von Takashi Osada erfunden wurde. Diese Methode ist bereits Standard in der Industrie. Jetzt findet sie auch Einlass in Büros und im Privaten.

Ordnung mit der 5S-Methode. So funktioniert’s:

  1. Sortieren:
    Am besten stellen Sie sich einen konkreten Termin ein (16-17 Uhr Rollcontainer sortieren). Alles, was nicht (wirklich) benötigt wird, wird aussortiert. Keiner braucht 20 Kugelschreiber oder 100 Büroklammern im direkten Zugriff. Auch das längst vergessene Bildschirm-Putztuch, das 1 Mal monatlich verwendet wurde, kann aussortiert werden. “Umgeben Sie sich nur mit Dingen, die Sie wirklich brauchen und mögen.”. Nehmen Sie sich nicht das ganze Büro auf einmal vor. Jeden Tag ein Stück – das ist erfolgsversprechender.
  2. Systematisieren:
    Alle Gegenstände werden nun systematisch geordnet und (wenn sinnvoll) beschriftet, so dass sie später leichter im Zugriff und schnell zu identifizieren sind.
  3. Sauberkeit:
    Natürlich wird nun alles gereinigt, bevor Sie wieder mit dem Einräumen beginnen. Das gibt Ihnen auch die Gelegenheit zu prüfen, ob es Mängel am Aufbewahrungsort gibt.
  4. Standardisieren:
    Das Aussortieren, das Aufräumen und die Reinigung werden in regelmäßigen Abständen wiederholt. Je öfter Sie das machen, desto weniger Zeit brauchen Sie dafür.
  5. Selbstdisziplin:
    Das Prozedere und die damit verbundenen Regeln werden eingehalten und ständig verbessert.

Versuchen Sie es mal! Sie werden merken, dass Sie selbst sich leichter fühlen und dass sich sogar das Raumklima positiv entwickelt. Und natürlich können Sie die o.g Methode auch für Ihren Computer oder Ihr Smartphone nutzen. Aber bevor Sie sich nun in den xtausend Mails aus der Vergangenheit verlieren, schieben Sie die einfach ins Archiv. Legen Sie eine neue Struktur an, die dann ab sofort gilt – “Die Zukunft beginnt jetzt”!

 

Anke HommerNoch ein Wort: Ich selbst miste gerne und regelmäßig aus. Innere Ordnung durch äußere Ordnung – das gilt absolut für mich! An einem leeren Schreibtisch bin ich deutlich kreativer und effizienter.
Und trotzdem habe ich so ein paar Dinge, die keinen wirklichen Platz haben: eine schöne Visitenkarte vom Inder, eine witzige Anzeige, die ich aus der Zeitung gerissen habe etc. Dafür gibt es jetzt einen Steh-Sammelordner “Schöne Dinge” :-).

Kommentare? Sehr gerne.